Facebook-Gruppe Netzwerk Soziale Arbeit und Hochsensibilität

  Man kann bei Facebook Themengruppen anlegen, in denen zu einem bestimmten Thema miteinander Austausch betrieben wird. Im Bereich der Sozialen Arbeit sind insbesondere drei große Gruppen zu finden. Das „Netzwerk Sozialarbeit und Sozialpädagogik“ mit ca. 13000 Mitglieder, die „Soziale Arbeit“ mit ca. 10000 Mitglieder, die „Erzieher & Sozialpädagogen“ mit ca. 17000 Mitglieder.  Im Bereich Hochsensibilität geht die Gruppenanzahl aktuell durch die Decke.

Was ist hier so los? :
Diese Gruppe ist eine Ergänzung zum Blog und zur Facebook-Seite „Soziale Arbeit und Hochsensibilität. In dieser Gruppe geht es um Fragen & Anregungen zum Thema „Soziale Arbeit und Hochsensibilität“.

Wer ist hier richtig?
Die Gruppe soll den kollegialen Austausch und die Vernetzung von hochsensiblen Sozialarbeitenden im deutschsprachigem Raum anregen.

Moderation – Freischaltung von Beiträgen:
Diese Gruppe lebt vom regen Austausch. Damit alle aktiven Mitglieder nicht von Werbung überschüttet werden, werden alle Beiträge erst nach Überprüfung freigeschaltet.  Ihr sollt hier Impulse, Blickwinkel und Hilfe finden, wenn Ihr Euch zu den hochsensiblen Personen zählt und am Thema interessiert seid.

In der Gruppe erfolgt zunächst eine Bestätigung, bevor ihr Euch umschauen könnt. Ich versuche so, Fakeprofile aus der Gruppe fern zu halten. Außerdem kann niemand außerhalb dieser Gruppe Eure Kommentare oder Beträge sehen oder über Google finden. Hier ist der Link: „https://www.facebook.com/groups/highsensitiveSW

 

Suche nach Interviewpartnern für Bachelorarbeit Hochsensibilität in der Sozialen Arbeit am Beispiel von Führungskräften

Aufruf – Suche nach Interviewpartnern für Bachelorarbeit

Wir sind Studierende der Hochschule Luzern, Soziale Arbeit und haben vor, eine Bachelorarbeit zum Thema „Hochsensible Führungskräfte in der Sozialen Arbeit“ zu schreiben.

Unsere verwendete Definition von Hochsensibilität ist von Dr. Eliane Aron, klinische Psychologin aus San Francisco. Sie hat Hinweise auf das Konstrukt der Hochsensibilität von Carl Gustav Jung, Iwan Pawlow und Alice Miller zusammengetragen und den Begriff der „highly sensitive person“ (HSP) geprägt.

Bis jetzt konnte man folgende Aspekte ausmachen, die eine HSP charakterisieren:
HSP können sowohl über die ursprünglichen fünf Sinne wie auch innere Reize genauer und intensiver wahrnehmen. Über 84% geben an, dass sie ihr Innenleben als vielschichtig und reichhaltig erleben. Gerade auch Spiritualität ist wichtig, sie nehmen mehr wahr als das, was sichtbar ist. Sie haben eine ausgeprägte Intuition, Eindrücke werden tiefer verarbeitet – als Folge davon neigen sie stark zu Überstimulation.
Im Verhalten gibt es gewisse Tendenzen zu folgenden (nur beispielhaft ausgewählte) Phänomenen:
Lebhafte Vorstellungskraft, Denken in grösseren Zusammenhängen, ausgeprägte Gewissenhaftigkeit, Ethik und Gerechtigkeitssinn, tiefgehende Reflexion, hohe Empathiefähigkeit, grosse Harmoniebedürftigkeit und gute Fähigkeit zum Zuhören.

Wir wollen in unserer Bachelorarbeit erarbeiten, wie gerade hochsensible Führungspersonen in sozialen Institutionen mit ihrer Hochsensibilität umgehen, welche Risiken und Chancen bzw. Mehrwert die Hochsensibilität dieser Personen mitbringt und welche Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, damit diese Personen arbeitsfähig bleiben können.

Da diese Ausgangslage sehr spezifisch ist, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen, damit wir diese, wie uns scheint wichtige Fragestellung, angemessen bearbeiten können.

Gerne würden wir Befragungen zu diesem Thema mit Personen in Führungspositionen in der Sozialen Arbeit durchführen.

Für Ihre Rückmeldungen und Hinweise sind wir sehr dankbar.

Wir sind erreichbar unter folgender E-Mail-Adresse: 
ba_hochsensibel@bluewin.ch

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Matthias Arnold, Judith Burkhardt, Eva Wegmüller

Hochsensibilität – Es ist etwas in Bewegung Symposium Hochsensibilität in der Psychotherapie

  Artikel von Elke Overhage

Gestern war ich bei der Akademie Heiligenfeld zum „Symposium Hochsensibilität in der Psychotherapie“. Eingeladen waren Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Menschen in therapeutischen Berufen sowie Interessierte, hochsensible Personen.

Heute einen Tag danach bin ich noch ganz beseelt von den Eindrücken. Wie Ihr wisst, engagiere ich mich für das Thema „Soziale Arbeit und Hochsensibilität“. Aktuell ist dies noch ein Aussenseiterthema. Und gerade deshalb ist eins für mich als Netzwerkerin so wichtig, andere Aktive zu Thema Hochsensibiltät zu treffen und wie selbstverständlich mit dem Thema umzugehen. Ich möchte hier betonen, wie gut mir dies getan hat.

Dr. Joachim Galuska begüßte uns in einer sehr angenehmen Art. Er beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Hochsensibilität und hat ein eigenes Therapiekonzept für Hochsensible entwickelt. Hier wird zu Beginn natürlich mit einem Fragebogen überprüft, ob der Klient/Patient hochsensibel ist. Und nach der Anamese, wird sicherlich ganz individuell für die Person ein Therapiekonzept in Zusammenarbeit mit einem multiprofessionellen Team erstellt. Herr Galuska hat Humor und eine ausgesprochen motivierende Art, an das Thema heran zu führen.

Danach sprach der Referent Martin Bertsch zu „Ressourcen und Potentiale hochsensibler Menschen – eine ganzheitlich integrative Annäherung“. Auch bei ihm war spürbar, dass er Experte ist. Mir gefiel besonders seine ganzheitliche Art, Inhalte zu übermittelteln. Gerade Hochsensible empfangen nicht nur das gesprochene Wort, sondern sie verfügen über mannigfaltige Kanäle, um Informationen aufzunehmen. Ich hatte jedenfalls einige „Aha-Erlebnisse“. Input erfolgte über Sprache, Übungen, Bilder, Zeichnungen und tolle Videos: Ein Teil einer wissenschaftlichen Doku (Jerome Kagan ) zeigte die Reaktionen eines hochsensiblen Babys im Vergleich zu einem nicht hochsensiblen sehr plastisch und nachvollziehbar. Weiter zeigte er einen Ausschnitt eines Films zu einem hochsensiblen Jungen, der im Heim auswuchs und die Affinität zu Geräuschen, die Schönheit der Natur, und darüber hinaus wie ein Dichter die „Natur in ihrer Gesamtheit“ erfasste. Er musste Ausgrenzung durch die anderen Kinder erfahren. Es schient so, dass er niemanden hatte und mutterseelenalleine war. Und auch ich bin überzeugt davon, dass die Hochsensibilität keine Schwäche ist, sondern eine riese Stärke. Der Junge jedenfalls hatte duch seine Gabe den Zugang zu etwas, was ihn stabilisierte, eine Zuversicht gab, und trotz seiner Zartheit war er schon eine tolle Persönlichkeit, die Rückgrat hatte für sein so besonderes Talent einzustehen. Also tolle Beispiele, um in das Thema hinein zu kommen.

Danach stellten Teele Tamm und Devina Galuska ihre „Forschungsergebnisse zur Erfassung von Hochsensibilität in klinischen und nicht-klinischen Personengruppen“ vor. Heiligenfeld forscht glücklicherweise zum Thema HS. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind immer noch umstritten, da ist es um so wichtiger Licht ins Dunkel zu bringen. Auf jeden Fall halten sich nach Umfragen von Elaine Aron und anderen Forschern 20 Prozent der Bevölkerung für hochsensibel. Die Beurteilung, ob Hochsensibilität vorliegt, erfolgt nach Selbsteinschätzung. Es ist nicht „pathogen“. Es ist keine Krankheit und wird daher nicht von Ärzten, Psychologen oder Therapeuten diagnostiziert. Ich will auf die vorgestellten Ergebnisse hier nicht weiter eingehen, da sie sehr spannend, aber nur mit Hilfe der vorgestellten Tabellen und Übersichtstafeln zu erklären sind.

Weiter ging es mit dem interaktiven Vortrag „Lebendige Hochsensibilität – das Hochsensibilitätskonzept in der Parkklinik Heiligenfeld “ im Plenum mit Dr. Cristina Pohribneac und Lara Pietzko. Auch hier überraschten die Beiden mit Einfühlsamkeit und viel Kreativtät. Einige Grundprinzipien der HS wurden erörtert. Total begeisterte mich die „Beleuchtung der theoretisch-strukturellen Aspekte“ mit Hilfe von therapeutischen Übungen (mit Selbsterfahrungscharakter). Hier war absolut erfahrbar wie die Wirkung des Konzeptes von den Kliniken Heilgenfeld für Hochsensible zu verstehen ist. Ich jedenfalls habe eine viel bessere Vorstellung vom Behandlungskonzept „Erkennen, Verstehen Schützen“. Hier ist der Link zur Verdeutlichung: https://www.heiligenfeld.de/Berufsgruppen-und-Indikationen/hochsensibilitaet-parkklinik.html

Nachmittags fanden Parallelworkshop 1 „Hochsensibilität in der therapeutischen Praxis“ mit Dr. Cristina Pohribneac und Parallelworkshop 2 „Gesund hochsensibel leben“ Martin Bertsch, statt. Ich nahm am ersten teil. Hier hatte ich wieder viele Eindrücke und einen vertieften Einblick zum Thema des Symposiums. Mir wurde wiederholt auch hier deutlich, wie wichtig hochsensible Menschen als Therapeuten, Berater und auch im Bereich der Sozialen Arbeit sind. Auch nicht Hochsensible können hilfreich sein, wenn sie sich intensiv ins Thema vertiefen.

Während des Symposiums „Hochsensibilität“ traf ich einige weitere spannende Persönlichkeiten, die in diesem Bereich aktiv sind. Dies war das erste Mal, dass in Deutschland so viele Hochsensible Fachleute beisammen waren.

Für mich jedenfalls war ganz erfrischend ein Spirit und eine Aufbruchstimmung spürbar, die mir Mut machen, mein Engagement fortzusetzen. Nur wenn Viele sich trauen, den Ursachen der Hochsensibiltät auf den Grund zu gehen, sich damit zu beschäftigen, sich zu vernetzen und weiterhin mit den Erkenntnissen an die Öffentlichkeit zu gehen, dann wird es für die Hochsensiblen einfacher, ihren Platz in Beruf und Privatleben zu finden. Das erfordert von den Einzelnen Mut und echte Beteiligung und erhöht die Wirksamkeit.

Ich bin sicher, es lohnt sich.

Bachelorarbeiten zum Thema Hochsensibilitaet und Soziale Arbeit

Aus dem Jahr 2016 stammt die Bachelorarbeit „Die Chancen und Risiken des Persönlichkeitsmerkmals der Hochsensibilität nach Elaine N. Aron im Verhältnis zu den klientenbezogenen Handlungsarten der systemischen Sozialen Arbeit nach Peter Lüssi“ von Sarah Lorenz. Die Arbeit liegt auf dem Server vom Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität e.V. (IFHS): http://www.hochsensibel.org/dokumente/externe/Wissenschaft/Lorenz-B.A..pdf

Aus dem Jahr 2011 stammt die Bachelorarbeit „Die Natürlichkeit, der besondere Wert und die speziellen Herausforderungen eines hochsensiblen Menschen (HSP) im Berufsfeld der Sozialpädagogik“ von Diana Klein. Die Arbeit liegt auf dem Server von http://hochsensiblehilfe.de: http://hochsensiblehilfe.de/medien/DianaKlein-Hochsensibilitaet.pdf

 

 

Weitere wissenschaftliche Literatur zu Hochsensibilität unter: http://www.hochsensibel.org/wissenschaftliches-netzwerk/bibliographie.html

Ärztezeitschrift beschreibt Hochsensible Persönlichkeiten

092015_NT Beitrag von Elke Overhage

„NeuroTransmitter versteht sich als fachkundiges Diskussionsforum und führendes berufspolitisches Medium für alle Nervenärzte, Neurologen und Psychiater.“

Die Ausgabe NeuroTransmitter September 2015 des bvdn (Berufsverband Deutscher Nervenärzte) informiert über Hochsensibilität.

Die These lautet: „Reizüberflutung und Überstimulation als Merkmale: Hochsensible Persönlichkeiten – ein wohl überflüssiges Störungskonzept“. Der Artikel weist darauf hin, dass es die Gruppe der Hochsensiblen geben mag, eine neue Diagnose nach ICD oder DSM wird aus dem Begriff der Hochsensibilität jedoch nicht entstehen.
„Auch ist es kein Fehler, sich ein Verständnis für die eigenen Charakterzüge und daraus resultierende Vor- und Nachteile zu erarbeiten.“ Sinnvoll ist es, sich damit zu befassen, da eine Reizüberflutung und Überstimulation bei jedem Sechsten besteht.
Laut Elaine N. Aron wird die wissenschaftliche Basis immer stärker. Das Konstrukt Hochsensibilität (HS) ist keine Krankheit, sondern eine Veranlagung. Elaine N. Aron will nicht, dass das zur Diagnose wird, aber Ärzte sollten sich damit auskennen.

Aus dem Berufsverständnis eines Facharztes heraus, besteht natürlicherweise eine gewisse Skepsis gegenüber neuen Konstrukten, deren Validität (Gültigkeit) „medizinwissenschaftlich“ nicht bestätigt ist. Der zweiseitige medizinwissenschaftliche Artikel mit entsprechenden Quellenangaben kann dennoch als insgesamt sachlich und nicht polemisch angesehen werden.

Ich finde, dass Dr. med. Andreas Meißner (FA für Psychiatrie und Psychotherapie) zum Ende seiner Ausführungen einige Fragen offen lässt, was ich positiv finde. „Der Autor selbst fand sich im Übrigen im Internettest in der Gruppe der Hochsensiblen mit zweitstärkster Ausprägung wieder (vier Gruppen von nicht, eher nicht, eher schon und ausgeprägt Hochsensiblen werden hier grob unterschieden), was ja zumindest bei einer Tätigkeit als Psychiater kein Nachteil ist.“ Nach meinen Informationen ist es zudem der erste Artikel, der in einer Ärztezeitschrift erschienen ist. Falls ich mich irre, dann lasse ich mich gerne korrigieren. Ich finde multiprofessionelle Sichtweisen bzgl. des Themas Hochsensibilität wichtig.

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