Hochsensibilität hat Nachteile und Vorteile – Fluch oder Segen

    Beitrag von Elke Overhage .

Nach Kontakt mit dem Begriff Hochsensibilität erleben die Hochsensiblen häufig ein Gefühl grundsätzlicher Erleichterung; ganze Gebirgsketten ‚ fallen vom Herzen’.

Auch für mich ist die Entdeckung  der Hochsensibilität ein Schlüsselmoment in meinem Leben.

Hochsensibilität wird von Dr. Elaine N. Aron seit 1997 als „ein Normalzustand“ beschrieben, der etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung betrifft.

Hochsensible sind keine seelisch kranken Patienten, aber sie sind Kandidaten des Lebens, denen spezielle Aufgaben gestellt sind, die sie zu lösen haben.

„Hochsensibilität hat Vorteile und Nachteile. Da Letztere in der modernen Gesellschaft Hochsensiblen das Leben sehr erschweren können, werden sie in Diskussionen und in der Literatur intensiv behandelt. Verstehen kann man ihre Ursachen nur, wenn man sich die Folgen der intensiveren Wahrnehmung vergegenwärtigt.“ (Quelle http://www.hochsensibel.org/startseite/infotext.html)

Wer hochsensibel ist, muss sich nach Innen stärker in den elementaren Untergrund und die vitale Gesamtheit verwurzeln. Er darf niemals nur nach außen leben. Zitat Eduard Schweingruber, 1935: „Der Sensible muss einen gründlichen Innenweg durchwandern!“

„Es gibt einige gute Methoden, wie sich gerade hochsensible Menschen sich stärken, schützen und stabilisieren können.“ Als Beispiel hier ein anregender Blog Artikel  „8 Tipps für Hochsensible“  von Julia Russau.

„Man hat jedoch festgestellt, dass Hochsensible anfälliger für Depression, Angst und Schüchternheit sind, wenn sie eine schwierige Kindheit hatten. Bei einer ausreichend guten Kindheit gibt es jedoch nicht mehr Hinweise auf eine solche Anfälligkeit als bei nichtsensiblen Menschen (Aron et al., 2005; Liss et al., 2005).“

Hochsensiblen Menschen haben eine andere sensiblere Strategie als weniger Sensible, das heißt sie sondieren erst die Umgebung und kümmern sich um Details.  Sie „denken“ erst, bevor sie handeln. Diese Strategie ermöglicht eine stärkere Wahrnehmung von Feinheiten und Konsequenzen. Das wiederum führt beispielsweise zu einem hohen Maß an Kreativität und Gewissenhaftigkeit.

Die meisten Menschen schauen hingegen auf das Außen, befassen sich mit den anderen, orientieren sich an den anderen und lenken sich stets vom wichtigsten Menschen in ihrem Leben ab – von sich selbst. Das ist heute die Regel.

Der Weg nach Innen ist ein Prozess, den der Hochsensible in der Regel bewältigen kann mit der Entwicklung von Achtsamkeit, Selbstbeobachtung und letztlich auch die Fähigkeit zur Selbstanalyse, um sich in der Folge selbst zu helfen.

So verletzlich Hochsensible einerseits sind, so empfänglich sind sie für den Weg der Heilung durch Selbstsorge.

 

Hochsensibilität (Teil 1) – Hochsensibel, bloß empfindlich

   Beitrag von Julia Russau

Hochsensibilität – Hochsensibel, bloß empfindlich?

Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Reihe über Hochsensibilität. In diesem Beitrag stellt Julia Russau vor, was Hochsensibilität ist und welche besonderen Eigenschaften hochsensible Menschen aufweisen können. Dabei interessiert sie auch der Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und sozialen Berufen. (Februar 11, 2014 )

In Teil 2 beschäftige sich J. Russau sich mit der Erziehung hochsensibler Kinder. Und in Teil 3 gibt sie  8 Tipps, die hochsensiblen Menschen (und ihren Angehörigen) nützlich sein können.

Hochsensibilität – ein Leben zwischen vielen Reizen

In unserer reizüberfluteten Welt ist es nicht immer leicht sensibel oder empfindlich zu sein. Gerade in westlichen Kulturkreisen wird »Sensibilität« oft mit Eigenschaften verknüpft, denen schnell ein negatives Image anhaftet. Wird jemand als »sensibel« beschrieben, denkt man gerne an Empfindlichkeit, Labilität oder Gefühlsduselei – die in Gegensatz zu Stärke, Charakterfestigkeit und Vernunft gesetzt werden. In Fernsehserien ist es seit geraumer Zeit üblich, Helden zu kreieren, die durch ihre überdurchschnittlichen, teilweise auch sensiblen, Gaben auffallen – man denke z.B. an »Monks« Handbewegungen – die aber gleichzeitig immer auch etwas Tragisches, Seltsames und Gescheitertes an sich haben.

Der Begriff »Hochsensibilität«, wie er sich eingebürgert hat und wie Frau Russau ihn auch hier verwendet, ist etwas unglücklich gewählt. Und auch über den englischen Begriff Highly Sensitive Person (HSP) kann man sich streiten.

Genau genommen ist Hochsensibilität eine Form von Intelligenz, sodass sie am ehesten als eine spezifische Ausprägung von Hochbegabung gewertet werden kann. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen mit »klassischer« Hochbegabung gleichzeitig auch hochsensibel sind – genauso verhält es sich umgekehrt. Ein gutes Buch zu diesem Thema hat Andrea Brackmann (2005) geschrieben: »Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?«.

Das Nervensystem Hochsensibler ist anders konstituiert – sie nehmen ihre Umwelt vielfältiger und detailreicher wahr

Hochsensible Menschen weisen ein sehr hohes Maß an Fähigkeiten und Eigenschaften auf, die der sozialen und emotionalen Intelligenz zugeordnet werden. Sie sind auf diesen Gebieten also überdurchschnittlich begabt. Hochsensible verfügen über eine besonders differenzierte Sinneswahrnehmung und eine ausgeprägte Fähigkeit zum Perspektivenwechsel.

Genauso, wie es der begabte Maschinenbauingenieur versteht, aus einer technischen Zeichnung eine leistungsfähige Maschine zu entwickeln, bei der alle Bauteile perfekt zueinander passen, verstehen es Hochsensible besondern gut, die Stimmungen, Empfindungen und Motive ihrer Mitmenschen nachzuvollziehen – selbst wenn diese unausgesprochen sind – sie in Beziehung zueinander zu setzen und sie im sozialen Umgang angemessen zu berücksichtigen. Gleichzeitig haben HSP ein überdurchschnittlich hohes Gespür für ihre eigenen Gefühle und Motive.

Hochsensibilität ist ein weites Feld. Genauso vielfältig wie das Innenleben eines hochsensiblen Menschen ist, genauso vielfältig können auch die Begabungen sein, die hochsensible Persönlichkeiten entwickeln. Festzustellen ist: Das Nervensystem hochsensibler Menschen ist anders konstituiert als das von Nicht-Hochsensiblen, wodurch sie auf emotionaler und sensorischer Ebene besonders empfänglich sind. Hochsensible nehmen zwar nicht mehr Informationen auf als andere Menschen, diese Informationen werden jedoch deutlich weniger gefiltert, sodass viel mehr Details ins Bewusstsein gelangen, wahrgenommen und verarbeitet werden. Gleichzeitig weisen Hochsensible eine höhere Erregbarkeit und Aktivität jener Gehirnregionen auf, die für die Sinnesverarbeitung bedeutsam sind. Es ist davon auszugehen, dass genetische Faktoren bei der Ausprägung von Hochsensibilität eine wichtige Rolle spielen.

Hochsensibilität ist keine Fertigkeit, die man hinzufügen und nach Belieben wieder abstellen kann. Hochsensibilität ist ein körperliches und geistiges Potential, mit dem ein Mensch geboren wird, ebenso wie es dem begabten Mathematiker in die Wiege gelegt wurde, die Welt bevorzugt in Zahlen zu denken. Oder der Sängerin, eine schöne Stimme zu haben. Wie der/die Einzelne seine Begabung umsetzen kann (oder nicht), steht auf einem anderen Blatt.

Nicht jeder oder jede Hochsensible muss mit seinem/ihrem Verhalten und seiner/ihrer Begabung in besonderem Maße hervorstechen. Hochsensibilität kann bedeuten, anderen Menschen im alltäglichen Leben mit einer besonderen Empfindsamkeit und Empathie zu begegnen – ohne etwas sichtbar Außergewöhnliches zu leisten. Hochsensible können gute Zuhörer sein, sie können Menschen sein, denen andere gerne ihr Herz ausschütten, sie können bevorzugte Ratgeber, Mentoren oder einfühlsame Eltern sein.

Darüber hinaus kann sich Hochsensibilität auf viele verschiedene Arten zeigen, z.B.:

  • Einige hochsensible Menschen haben ein besonderes Gefühl für Beziehungen. Sie betreten einen Raum und sind in kurzer Zeit in der Lage die Stimmungen, Beweggründe und Beziehungsmuster der anwesenden Personen zu erfassen, selbst wenn es sich um fremde Personen handelt.

  • Einige Hochsensible haben ein authentisches Gespür für die Natur. Sie sind besonders geschickt im Umgang mit Tieren oder Pflanzen und verspüren eine untrügliche Verbindung zu ihrer natürlichen Umwelt.

  • Einige Hochsensible sind besonders empfindsam für Berührungen. Sie erspüren mit ihren Händen kleinste Verspannungen oder Knoten unter der Haut von Patienten oder sie fühlen energetische Spannungen und Störungsfelder, die in der Luft liegen.

  • Einige Hochsensible haben ein besonders buntes Innenleben. Sie fallen auf, weil sie ein Übermaß an Phantasie und Kreativität besitzen und ihre Umwelt jeden Tag aufs Neue mit ihrem Ideenreichtum überraschen.

  • Einige Hochsensible haben ein hervorragendes Gedächtnis für vergangene Erlebnisse, Stimmungen und Bilder. Sie sind besonders sensibel im Umgang mit historischen Entwicklungen oder persönlichen Biographien.

  • Einige Hochsensible haben eine ausgeprägte musikalische oder künstlerische Ader. Sie verstehen es, mit ihrer Musik die Menschen zu berühren oder Emotionen und Erfahrungen so mit der Kamera einzufangen, dass sie für andere erlebbar werden.

  •  Einige Hochsensible haben eine besondere Geduld mit Menschen in Krisensituationen. Sie sind warmherzige Begleiter und Unterstützer, z.B. während einer schweren Krankheit, oder sie erleichtern es Sterbenden, vom Leben Abschied zu nehmen.

 

Hochsensibel: Wie finde ich es heraus?

Hochsensible haben einen „sechsten Sinn“ – sie sind besonders einfühlsam im Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur

Im Gegensatz zur »klassischen« Hochbegabung oder Formen von Inselbegabung, bei denen Menschen durch ihre besonderen kognitiven Fähigkeiten auffallen, lässt sich Hochsensibilität schwerer erkennen oder messen. Im Allgemeinen unterscheidet man acht Formen von Intelligenz – standardisierte Intelligenztests erfassen jedoch gerade einmal vier davon, wobei in diesen Tests besonders die logisch-mathematische Intelligenz im Mittelpunkt steht. Um emotionale oder soziale Intelligenz messbar zu machen, bräuchte es deutlich mehr Aufwand und verschiedenster psychologischer Tests und Experimente.

Der Ort, an dem sich Hochsensibilität am deutlichsten zeigt und beweist, ist die Lebenspraxis selbst. Leider ist dies auch der Ort, an dem Hochsensibilität am meisten unerkannt bleibt, vor allem, da Hochsensibilität – neben ihren Vorzügen – auch »Herausforderungen« mit sich bringen kann, die im alltäglichen Zusammenleben zu Konflikten führen können (siehe hierzu weiter unten in diesem Beitrag). Viele Hochsensible leben seit ihrer frühesten Kindheit in dem Glauben, dass mit ihnen »irgendetwas nicht stimmt«, bzw. dass sie sich von anderen Menschen unterscheiden – ohne, dass sie wüssten, warum. Da ihr Verhalten leicht falsch interpretiert werden kann, sehen sich Hochsensible oft damit konfrontiert, als abweichend und »nicht normal« zu gelten. Gerade das Gefühl »normal sein zu wollen«, aber gleichzeitig zu spüren, dass man dieses Ziel nie erreichen wird, kann für empfindsame Menschen zu einer inneren Zerreißprobe werden.

Meist sind es die Hochsensiblen selber, die – nach langer Suche – herausfinden, was in ihnen vorgeht und »wer« sie eigentlich sind. Es sind Schlüsselerlebnisse, wie z.B. das Treffen anderer Hochsensibler, die Geburt eines hochsensiblen Kindes, ein Artikel in einer Zeitschrift oder eine berufliche Neuorientierung, durch die sich Hochsensible plötzlich bewusst werden, warum sie sich manchmal so »anders« fühlen, warum sie missverstanden werden oder warum sie an einer unerträglichen Reizüberflutung leiden, die sie nur schwer steuern können. Die meisten Hochsensiblen berichten von einer großen Erleichterung, sobald sie einen Begriff für das kennen, was sie ausmacht und sobald sie begreifen, dass ihre vielfältigen Wahrnehmungen und Empfindungen nicht auf Krankheit oder Einbildung beruhen. An diesem Zeitpunkt der Selbsterkenntnis können bereits dreißig, fünfzig oder mehr Lebensjahre vergangen sein.

Hast du die Vermutung selbst hochsensibel zu sein? Einen ersten Anhaltspunkt    liefert dieser Selbsttest von ZART BESAITET

Hochsensible Menschen in sozialen Berufen

Es verwundert nicht, dass Hochsensible bevorzugt Berufe wählen, bei denen sie glauben, dass sie ihre sozialen und emotionalen Stärken besonders gut einbringen können. Unter Lehrern, Sozialarbeitern, Erziehern, Ärzten, Therapeuten oder Beratern finden sich überproportional viele Menschen mit hochsensibler Persönlichkeit. Ist ihre Hochsensibilität mit anderen Intelligenzen vergesellschaftet (z.B. musischer, praktischer, sprachlicher oder logischer), können sie Pianisten, Tänzer, Schriftsteller, Schauspieler oder Manager sein. In früheren Kulturen fanden sich Menschen mit hochsensiblen Eigenschaften gehäuft in Positionen von Heilern, Ratgebern, Priestern oder Sehern wieder.

Schätzungen zufolge weisen ca. 10 – 20 % aller Menschen hochsensible Persönlichkeitsmerkmale auf. Angesichts dieser recht hohen Zahl und den beruflichen Neigungen von HSP ist davon auszugehen, dass auch in sozialen Organisationen und Berufen eine bedeutende Zahl an hochsensiblen Menschen arbeitet. Da Hochsensibilität bislang wenig erforscht ist, sie erst seit jüngster Zeit diskutiert wird und sie daher noch keine umfassende gesellschaftliche Akzeptanz besitzt, ist zu vermuten, dass viele der hochsensiblen Pädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher, Berater oder Therapeuten ihr hochsensibles Potential nicht oder nur unzureichend in ihr Berufsleben integrieren können – auch deshalb, weil sie sich selber noch gar nicht als hochsensibel erkannt haben.

Stärken und Herausforderungen von Hochsensibilität

Hochsensible Menschen können das Berufs- und Privatleben mit ihren Stärken bereichern. Zum Beispiel, weil sie…:

  • besonders empathisch und respektvoll im Umgang mit Menschen sind und ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

  • Dinge wahrnehmen, bevor sie »passieren«, und so sich selbst und andere rechtzeitig warnen können.

  • eine gute Menschenkenntnis besitzen und schnell merken, wie andere »ticken«.

  • besonders gut antizipieren können und somit realistische Visionen schaffen.

  • tiefe und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen können, die langfristig Bestand haben.

  • dem Team eine wertvoll Stütze sind und darauf achten, dass es den Kollegen körperlich und seelisch gut geht.

  • eine sehr hohe Engagementbereitschaft, Gewissenhaftigkeit und Begeisterungsfähigkeit aufweisen.

  • intuitiv vorgehen und ein gutes Gespür für unerkannte Lösungen und Wege haben.

  • ganzheitlich und systemisch denken und so in der Lage sind, Brücken zwischen vormals unverbundenen Teilen zu bauen.

  • ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis haben und Details nicht vergessen.

  • diplomatisch vorgehen und versuchen, ihre Entscheidungen fair zu gestalten.

  • darauf bedacht sind, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Hochsensible sind anfälliger für Reizüberflutung und Stress

Wo es Hochsensiblen ermöglicht wird, sich einzubringen und wo sie es gelernt haben, mit ihren Stärken umzugehen, können sie mit ihrer Feinfühligkeit einen wichtigen Beitrag für sich und die Gemeinschaft leisten. Hochsensibel zu sein bedeutet jedoch nicht automatisch, ein guter und unkomplizierter Mensch zu sein.

Leider hat auch die Hochsensibilität ihre »Herausforderungen« – gerade im Berufsleben – die (für beide Seiten) nicht immer leicht zu bewältigen sind. Zu diesen Herausforderungen gehören zum Beispiel:

Hochsensible Menschen erleben die Welt in all ihren Extremen. Haben sie nicht gelernt, sich zu distanzieren, neigen sie dazu, sich für alles und jeden verantwortlich zu fühlen. Es fällt ihnen schwerer, Abstand zu wahren und »Nein« zu sagen.

Viele hochsensible Menschen lassen sich gerne von anderen vereinnahmen. Sie merken schnell, wie andere »ticken« und versuchen, sich dieser Norm anzupassen, um es der Gruppe recht zu machen. Darüber vergessen sie ihre eigenen Bedürfnisse.

Hochsensible Menschen bevorzugen Führungspersonen, die aufgrund ihres Verhaltens und Handelns zu Autoritäten werden. Da Hochsensible kleinste Unstimmigkeiten im Verhalten anderer wahrnehmen, tun sie sich schwer mit Führungspersonen, die sie allein aufgrund einer Position oder Herkunft als Autoritäten akzeptieren sollen.

Viele Hochsensible haben ein ausgeprägtes ganzheitliches und systemisches Denken und sind sehr phantasievoll. Es fällt ihnen schwer, Routinen abzuarbeiten oder monotone Arbeitsabläufe auszuführen.

Viele Hochsensible kommen mit willkürlichen Entscheidungen oder starren organisationalen Strukturen nicht zurecht, selbst wenn diese minimal sind. Wo andere Menschen organisationale Strukturen oder Ungerechtigkeiten ignorieren und sich »irgendwie damit abfinden« können, laufen Hochsensible Gefahr, an ihnen zu zerbrechen. Viele Hochsensible bevorzugen als Berufsform die Selbstständigkeit.

Hochsensible Menschen neigen dazu, die Dinge sehr genau zu nehmen oder Worte auf die »Goldwaage« zu legen. Auch wenn sie (aus ihrer Sicht) bloß das Nötigste tun, wirken sie auf andere Menschen mitunter penibel, überkorrekt oder perfektionistisch.

Viele hochsensible Menschen mögen es, wenn Dinge gut geplant und organisiert sind. Sie legen großen Wert darauf, dass Menschen konsequent und verlässlich sind und sich an getroffene Vereinbarungen und Versprechen halten.

Hochsensible Menschen neigen dazu, finanziellen und materiellen Gütern weniger Wert beizumessen. Stattdessen bevorzugen sie Berufswege, in denen sie sich verwirklichen können und bei denen sie das Gefühl haben, etwas sinn- und wertvolles zu tun. Dadurch laufen sie schneller Gefahr, in finanzielle Existenznöte oder berufliche Sinnkrisen zu stürzen.

Hochsensible Menschen – insbesondere die »Unerkannten« – haben Schwierigkeiten zu erkennen, wenn sich ihre eigenen Wahrnehmungen von denen der anderen Menschen unterscheiden. Sie neigen z.B. dazu, verborgene Dinge anzusprechen, als wären sie allgemein bekannt oder sie knüpfen an Gespräche, die etliche Wochen zurückliegen, ohne den anderen in Kenntnis zu setzen, worauf sie sich beziehen. Dass dies zu Missverständnissen führen kann, liegt auf der Hand.

Hochsensible Menschen neigen dazu ruhig, reserviert und introvertiert zu wirken, auch wenn sie eigentlich das genaue Gegenteil davon sind. Viele HSP haben gelernt, dass sie Missverständnissen nur dann vorbeugen können, wenn sie zurückhaltend sind und ihre wahre Persönlichkeit verstecken (soziale Introversion). Sie blühen erst auf, wenn sie sich in vertrauter Gesellschaft befinden.

Hochsensible Menschen können zu unerwarteten Gefühlsausbrüchen und Körperreaktionen neigen. Sie fangen an zu weinen, wenn sie nervös sind, oder geraten in Atemnot, wenn sie unter Zeitdruck stehen. Schon auf kleine Auslöser (z.B. eine Beleidigung, scharfgewürzte Speisen, Etiketten in Kleidungsstücken) können sie mit körperlichen Schmerzen reagieren.

Hochsensible Menschen reagieren hochempfindlich auf Lärm, Hektik, Licht oder fehlende Schlaf-, Entspannungs- und Bewegungszeiten. Sie müssen besonders darauf achten, sich ausgewogen zu ernähren, ihrem Körper ausreichend Vitalstoffe zuzuführen und regelmäßige Erholungsphasen einzuhalten. Es lässt sich medizinisch nachweisen, dass HSP schon geringe Unstimmigkeiten in ihren Blutwerten wahrnehmen und auf diese mit Krankheitssymptomen reagieren. Viele HSP reagieren überempfindlich auf Koffein, Alkohol und Medikamente.

Hochsensible Menschen sind besonders gefährdet für neuronale und stressbedingte Krankheiten. Sie erkranken vergleichsweise häufiger an Migräne, Restless Leg oder Cortisolmangel (Nebennierenschwäche, Adrenal Fatigue) und dem daraus resultierenden Burn Out-Syndrom. Gerade hochsensible Frauen sind besonders anfällig für Disharmonien in ihrer vitalstoffbedingten und hormonellen Balance (z.B. Progesteronmangel, Vitamin B-Mangel, PMS).

Hochsensibel – Alles anders?

Natürlich sind Dinge wie z.B. weniger Stress, regelmäßige Erholung, Fairness oder gute Kommunikation, auch für »normal«sensible Menschen unbedingt erstrebenswert. Und sicher findet sich auch der ein oder andere Nicht-Hochsensible in den o. g. Stärken und Herausforderungen wieder. Hochsensible sind keine Lebewesen von einem anderen Stern und sie brauchen auch bestimmt keine artgerechte Haltung. Es sollte berücksichtigt werden (sowohl von Hochsensiblen selbst, als auch von ihren Mitmenschen), dass es hochsensiblen Menschen deutlich schwerer fällt und mehr Anstrengung abringt, sich gegen die Vielzahl an äußeren Reizen und inneren Eindrücken zu wappnen. Selbst bei normaler Arbeitsatmosphäre und alltäglicher Kommunikation können Hochsensible bereits so viele Reize verarbeiten und Details aufnehmen, dass sie an ihre Grenzen stoßen.

Treffen Hochsensible auf Akzeptanz und haben sie es gleichzeitig gelernt, mit ihren Ressourcen zu haushalten (sehr wichtig!), können sie mit ihren Fähigkeiten eine immens wichtige Stütze für einzelne Personen und für die Gesellschaft sein. Ist dies gewährleistet, bestehen in der Regel keine nennenswerten Unterschiede zwischen einem hochsensiblen und einem weniger sensiblen Zusammenleben.

Das Erkennen der eigenen hochsensiblen Persönlichkeit und das Erlebnis, schon als Kind akzeptiert zu werden, sind wichtige Bausteine, für ein späteres zufriedenes Leben. In Teil 2 widmet sich Frau Russau deshalb der Entwicklung und Erziehung hochsensibler Kinder und was es für Eltern bedeutet, mit einem hochsensiblen Kind zusammenleben.

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Du erkennst dich (oder eine andere Person) als hochsensibel wieder und möchtest mehr über Hochsensibilität wissen? Dann schau dich auch hier um:


Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V.
The Highly Sensitive Person – Website von Elain Aron
Zart besaitet – Verein zur Förderung hochsensibler Menschen

Weiterführende Literatur:

Aron, Elaine (2005): Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen.
Brackmann, Andrea (2005): Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?
Trappmann-Korr, Birgit (2012): Hochsensitiv: Einfach anders und trotzdem ganz normal: Leben zwischen Hochbegabung und Reizüberflutung.

 

Hochsensibilität (Teil 2) – hochsensible Kinder

    Beitrag von Julia Russau

Hochsensibilität (Teil 2) – hochsensible Kinder

Dies ist der zweite Teil einer dreiteiligen Reihe über Hochsensibilität. In diesem Beitrag zeigt Julia Russau, wie Eltern erkennen können, ob ihr Kind hochsensibel ist und was es bedeutet, mit einem hochsensiblen Kind zusammenzuleben.

In Teil 1 beschäftigt sie sich mit allgemeinen Aspekten von Hochsensibilität und den Besonderheiten von erwachsenen Hochsensiblen im Berufsleben. In Teil 3 gibt Frau Russau Tipps, die hochsensiblen Menschen (und ihren Angehörigen) nützlich sein können.

Ist mein Kind hochsensibel?

Hochsensible Kinder fallen meist schon im Kleinkindalter auf, z.B. weil sie im Gegensatz zu ihren Altersgenossen deutlich empfindsamer/vorsichtiger, mitunter auch ängstlicher/in-sich-gekehrter, aber auch phantasievoller/begeisterter wirken. Einige hochsensible Kinder benehmen sich wie die »Prinzessin auf der Erbse«. Gerade jüngere Kinder und Teenager neigen dazu »zwei Gesichter« zu haben – in einem Moment wirken sie ruhig und gelassen, im nächsten Moment schreien, toben und heulen sie vor Zorn und Wut.

Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind hochsensibel ist, hat das meistens zwei Ursachen: entweder die Eltern (oder ein Elternteil) sind selber hochsensibel und denken, dass ihr Kind dieselbe Besonderheit aufweist. Oder – was häufiger vorkommt– das Kind weist Verhaltensweisen auf, bei denen sich Eltern, Erzieher oder Angehörige fragen, was mit dem Kind los ist und was ihm fehlen könnte. Obwohl hochsensible Kinder durch eine Vielzahl an positiven Eigenschaften auffallen können, sind es überwiegend die problematischen oder ungewöhnlichen Verhaltensweisen, die Eltern zum ersten Mal aufhorchen lassen.

Hochsensibilität lässt sich so erklären: Hochsensible Kinder weisen ein empfindlicheres Nervensystem auf als nicht-hochsensible Kinder. Die Filtersysteme, die einen Menschen normalerweise vor Reizüberflutung schützen, sind bei Hochsensiblen weniger gut ausgeprägt, sodass mehr Informationen ins Bewusstsein gelangen und bearbeitet werden. Gleichzeitig sind hochsensible Kinder in emotionaler und sensorischer Hinsicht stärker erregbar, wodurch sie ein reichhaltigeres, tiefergehendes und bisweilen extremeres Gefühlserleben haben. Hochsensible Kinder sind auf sozialem und emotionalem Gebiet überdurchschnittlich begabt. Interessant ist: Das Nervensystem hochsensibler Menschen stimmt in einigen Punkten mit dem Nervensystem von Menschen mit ADHS oder Autismus überein, auch wenn sich das Verhalten und die Fähigkeiten der betroffenen Kinder sehr voneinander unterscheiden.

Während Menschen mit Autismus z.B. Schwierigkeiten haben, das Verhalten des Gegenübers zu deuten, fällt es Hochsensiblen leicht, andere Menschen einzuschätzen – auch wenn beide mitunter zurückhaltend und introvertiert wirken. Während ADHS-ler Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, können Hochsensible gut in einen Flow geraten und allein für sich sein – auch wenn beide mitunter nicht still sitzen können und leicht überdrehen.

Anhaltspunkte, ob ein Kind hochsensibel ist, oder ob eine andere Ursache hinter dem Verhalten des Kindes steckt, lassen sich am besten ausmachen, wenn man das Kind in seiner alltäglichen Lebenspraxis beobachtet.

Hochsensible Kinder können schon als Babys durch ihr Verhalten auffallen:

  • sie brauchen viel Körperkontakt; wollen getragen werden; können lange nicht alleine schlafen

  • sie schreien viel und ausdauernd; können nicht einfach mal so »weggelegt werden«

  • sie fangen früh an zu interagieren und scheinen die Welt permanent zu beobachten

  • sie können schon früh die Gefühlslagen von Erwachsenen unterscheiden; reagieren entsprechend vielschichtig

  • sie wirken unzufrieden oder bedrückt; gleichzeitig lachen sie viel und herzlich

  • sie fühlen sich am wohlsten in vertrauter Umgebung; sind nicht gerne bei Fremden auf dem Arm

  • sie haben eine frühe und lang anhaltende Fremdelphase

Merkmale von Hochsensibilität bei Kindern sind z.B.:

  • sie reagieren mit lautstarkem Protest auf alltägliche Dinge wie z.B. Haarekämmen, Nägelschneiden oder Duschen, da ihnen diese Dinge Schmerzen bereiten

  • sie sind mäkelig beim Essen; scheuen sich, etwas Neues zu kosten

  • sie bewegen sich vorsichtig, evtl. schleichend oder auf Zehenspitzen

  • sie sprechen früh von »Ich« und »Du«

  • sie sind keine Gruppenmenschen; knüpfen aber tiefe Freundschaften zu einem oder zwei anderen Kindern

  • sie brauchen viel Zeit um in neuen Umgebungen »warm« zu werden oder sich an fremde Menschen zu gewöhnen

  • es geht ihnen nahe, wenn andere Kinder ausgeschimpft werden oder sich weh tun

  • sie beobachten, wie Gleichaltrige ein Spielgerät benutzen, bevor sie es selber austesten

  • sie scheuen körperliche Auseinandersetzungen; sie raufen und kämpfen nicht gerne

  • sie haben Angst vor Höhe oder Geschwindigkeit

  • sie wollen schon früh alles alleine machen; sind extrem frustriert, wenn es nicht klappt

  • sie versuchen alles perfekt zu machen; sie akzeptieren bei sich selbst keine Fehler

  • sie interessieren sich für »die Welt«, sind hellhörig für gesellschaftliche, philosophische oder spirituelle Fragestellungen

  • sie versuchen, alles harmonisch zu gestalten; achten darauf, dass es gerecht zugeht und legen Wert darauf, dass Versprechen und Regeln eingehalten werden

  • sie mögen keine Unordnung, auch wenn sie selber Chaos produzieren

  • sie haben eine ausgeprägte Sammelleidenschaft; können nichts wegwerfen

  • sie planen Tage oder Wochen im Voraus und wollen auf »Nummer sicher gehen«; sie mögen keine Überraschungen

  • sie haben extreme Gefühlsausbrüche und Trotzphasen; vermeintliche Kleinigkeiten fühlen sich an wie große Katastrophen

  • sie haben intensive Träume, auch Alpträume; sie sprechen, schwitzen oder wälzen sich im Schlaf

  • sie sind zappelig, unkonzentriert und lassen sich leicht ablenken (z.B. beim Anziehen, Essen); finden sie etwas interessant, tauchen sie ein und geraten leicht in einen Flow

  • sie haben ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis; erinnern sich an Jahre zurückliegende Ereignisse und Details in Gesprächen;

  • sie reden oder singen ohne Pause; müssen sich permanent mitteilen

  • sie haben eine blühende Phantasie; sind äußerst sprachgewandt

  • sie erschrecken leicht; können laute Geräusche, Licht und Stimmengewirr nicht ertragen

  • sie klagen schon als Kind über regelmäßige Kopf- oder Ohrenschmerzen

  • sie haben unruhige, kribbelige Beine und Hände; müssen immer alles anfassen

  • sie fühlen sich unwohl in reizüberfluteten Umgebungen (z.B. beim Einkaufen, im Vergnügungspark, auf Festen); wirken dort abwesend und verloren

Natürlich müssen hochsensible Kinder nicht jedes der o. g. Verhaltensmerkmale aufweisen. Nicht alle hochsensiblen Kinder sind z.B. scheu, wenn sie auf andere Menschen treffen. Genauso können auch hochsensible Kinder viele Freunde haben und in der Kindergruppe beliebte Spielpartner sein.

Berücksichtigt werden sollte: Die Art und Weise wie die Kinder mit ihrer Hochsensibilität umgehen und wie sich ihre Sensibilität auf ihr Verhalten auswirkt, kann durch äußere Faktoren (z.B. die heimische Umgebung, das Verhältnis zu den Eltern, die Erziehungsmethoden oder besondere kindliche Erfahrungen) immens beeinflusst werden. Dies gilt im negativen, wie im positiven Sinne.

Auch wenn ein Kind viele Merkmale von Hochsensibilität aufweist, sollten andere Erklärungsansätze immer mit berücksichtig werden. Klagt ein Kind z.B. über Kopf- oder Ohrenschmerzen, sollte eine körperliche Erkrankung (z.B. Entzündung) medizinisch abgeklärt werden. Hat ein Kind häufig Alpträume oder schläft es unruhig, sollte überlegt werde, ob es vielleicht Erfahrungen gemacht hat, vor denen es sich fürchtet. Traut sich ein Kind nicht, auf andere zuzugehen, kann es sein, dass das Kind einfach ein wenig ängstlicher ist, als andere Kinder. Hat ein Kind heftige Wutausbrüche, ist frech oder reagiert mit Trotz, möchte es vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommen. Damit sich ein Kind optimal entwickeln kann, ist in jedem Fall eine genaue Beobachtung und Diagnose das A und O.

Hochsensible Kinder – ein Wechsel zwischen Extremen

Eben noch war die Welt in Ordnung, im nächsten Moment liegt sie in Scherben. Da hochsensible Kinder mehr Reize aus ihrer Umwelt wahrnehmen und diese gleichzeitig stärker emotional verarbeiten, reichen manchmal schon (vermeintlich) kleine Auslöser, um ihre Welt ins Wanken zu bringen. Dasselbe gilt auch im positiven Fall: Hochsensible Kinder können extrem ausgelassen, humorvoll und nicht zu bremsen sein, sobald sie etwas entdecken, das ihnen Spaß macht oder das ihre Neugierde weckt. Egal, ob ein Kind gerade bitterlich weint oder mit seiner Phantasie die Welt erobern will – für Eltern ist es nicht immer leicht, den verschiedenen Bedürfnissen ihrer Kinder nachzukommen und in »Extremsituationen« angemessen zu reagieren. Auch wenn hochsensible Kinder einerseits vernünftig und gewissenhaft wirken, können sie andererseits äußerst fordernd und »schwer zu bändigen« sein.

Trotz dieser Gefühlsvielfalt merken Außenstehende oftmals nichts von der Hochsensibilität der Kinder. Hochsensible Kinder lernen schon früh, in fremden Umgebungen ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Außerhalb der vertrauten familiären Umgebung neigen sie dazu, überangepasst und extrem introvertiert zu wirken, auch wenn sie eigentlich das Gegenteil davon sind.

Ruhe bewahren und einfühlsam sein

Das erste und beste Mittel, um auf das Verhalten hochsensibler Kinder zu reagieren, ist: selber einfühlsam sein. Hochsensible Kinder merken schnell »wie der Hase läuft«, ob ihre Gefühle und Beobachtungen ernst genommen werden, ob jemand ehrlich zu ihnen ist oder welche Erwartungen an sie gestellt werden. Umgekehrt nehmen sie sich ihre Eindrücke auch außerordentlich zu Herzen und sind gut darin, ihre ganz eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Auch wenn es nicht immer leicht ist: Eltern von hochsensiblen Kindern müssen ganz besonders darauf achten, die Bedürfnisse und Empfindungen ihres Kindes zu berücksichtigen und lernen, angemessen auf diese zu reagieren.

Diese fünf Tipps helfen dabei:

Einfühlsam sein durch gedankliche »Übertreibung«: Schreit ihr Kind beim Haarekämmen, weil es das Gefühl hat, sie rupfen ihm die Haare aus? Versuchen sie, sich die Situation in Gedanken übertrieben auszumalen. Wie würde es sich anfühlen, wenn einem tatsächlich die Haare ausgerissen werden? Vielleicht wirkt eine neue, weichere Bürste Wunder.

Ruhe bewahren und achtsam sein: Verhält sich ihr Kind extrem zurückhaltend, tobt es vor Trauer oder kann es seine Begeisterung nicht zügeln? Versuchen sie nicht, ihr Kind vom Gegenteil zu überzeugen (sehr wahrscheinlich werden sie scheitern). Verurteilen oder drängen sie das Kind nicht, sondern bewahren sie Ruhe und – wichtig – lassen sie das Kind nicht alleine.

Braucht es noch etwas Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen? Warten sie ab und geben sie ihrem Kind diese Zeit. Braucht es Platz, um eine Spielidee zu verwirklichen? Versuchen sie, Angebote in den Alltag einzubinden, durch die sich ihr Kind austoben kann (z.B. viel Bewegung, abwechslungsreiche Spaziergänge, verschiedene Bau- und Bastelmaterialen). Hat ihr Kind einen rasenden Wutanfall? Versuchen sie ruhig zu bleiben und schimpfen sie nicht auf das Kind ein. Wichtig: Sprechen sie in einem ruhigen Tonfall und bleiben sie in der Nähe, um sicher zu gehen, dass ihr Kind keine Grenze überschreitet (z.B. andere hauen, sich selbst verletzen). Ist ihr Kind hoch emotionalisiert und versuchen sie es zu trösten, wird es ihre Zuwendung wahrscheinlich ablehnen, da es diese Nähe im Moment nicht erträgt. Ist die erste Woge vorüber, wird es ihre Nähe und ihren Trost umso mehr brauchen. Zeigen und sagen sie ihrem Kind, dass sie es lieb haben, selbst wenn es von seinem Gefühlschaos überrollt wird.

Auf keinen Fall in Watte packen: Auch wenn ihr Kind sensibel ist, versuchen sie auf keinen Fall, es vor allem und jedem zu schützen. Geben sie ihrem Kind die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln und eigene Wege zu finden, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft. Nur, wenn sich ihr Kind selber austesten darf, wird es lernen, sich in der Welt zurecht zu finden, seine Fähigkeiten und Grenzen auszuloten, und eine selbstsichere Persönlichkeit zu entwickeln. Achten sie darauf, dass ihr Kind nicht unter seiner Sensibilität leiden muss – ohne es daran zu hindern, sich zu entfalten und wie ein normales Kind zu leben. Helfen sie ihm, indem sie Lärmquellen abstellen, für eine gesunde Ernährung und ausreichend frische Luft sorgen. Aber denken sie daran: Auch hochsensible Kinder dürfen hinfallen und sich das Knie aufschlagen.

Auf keinen Fall abhärten wollen: Versuchen sie nicht, ihr Kind zu stärken, indem sie es absichtlich Situationen aussetzen, die ihm unbehaglich sind (sie werden das Gegenteil erreichen). Fürchtet sich ihr Kind vor dem großen Schwimmbecken? Spritzen sie es auf keinen Fall nass und vergleichen sie es auch nicht mit anderen Kindern, die weniger ängstlich sind. Versuchen sie herauszufinden, was dem Kind unbehaglich ist und wie sie ihm helfen können, die Situation zu meistern. Gerade hochsensible Kinder neigen dazu, eine unbekannte Situation erst aus sicherem Abstand zu betrachten, bevor sie sich (Schritt für Schritt) entschließen, selber aktiv zu werden.

Im letzten Teil der Reihe gibt J. Russau Tipps, die hochsensiblen Kindern und Erwachsenen (sowie ihren Angehörigen) in Alltag und Berufsleben nützlich sein können.

 

 

Hochsensibilität (Teil 3) – 8 Tipps für Hochsensible

    Beitrag von Julia Russau, Februar 26, 2014

Hochsensibilität – 8 Tipps für Hochsensible

Hochsensibilität – Gabe oder Fluch? Für viele Hochsensible sind ihre überdurchschnittlich guten emotionalen, sensorischen und sozialen Fähigkeiten zugleich eine Gabe und ein Fluch. Wie so oft im Leben, ist es leider meist der Fluch, der einen daran erinnert, dass es Zeit ist, Veränderungen vorzunehmen oder notwendige Bremsen zu ziehen.

Viele Hochsensible denken, sie müssten ihre Hochsensibilität an das Leben anpassen (z.B. indem sie lernen, ihre Emotionen zu unterdrücken oder Wahrnehmungen zu verschweigen). Es sollte jedoch andersherum sein: Hochsensible müssen lernen, ihr Leben – so gut es geht – an ihre Hochsensibilität anzupassen. Auch wenn dies zunächst bedeuten kann, unliebsame oder ungewohnte Veränderungen vorzunehmen. Nur so werden sie langfristig in der Lage sein, ihre besonderen sensiblen Persönlichkeitsmerkmale zu entfalten und diese sinnstiftend in ihr Leben einzubinden.

Acht Tipps für Hochsensible

Tipp 1: Schaffen sie sich Rückzugsmöglichkeiten, in denen sie ihren Hobbys nachgehen oder einfach nur ein gutes Buch lesen können! Viele Hochsensible brauchen ausreichend Zeit mit sich alleine, um ihre Akkus wieder aufzuladen. Gerade nach stressreichen oder aufregenden Situationen, ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen und die vielen Reize des Alltags zu verarbeiten.

Haben sie Verpflichtungen, die sie vom Alleinsein abhalten? Vereinbaren sie feste Zeiten, in denen sie sich für eine Weile zurückziehen und ungestört sein können. Nutzen sie freie Termine oder die Mittagspause und machen sie z.B. einen Spaziergang an der frischen Luft. Wenn sie neue Energie tanken, wird sich das positiv auf sie selbst auswirken – und damit auch auf die Menschen in ihrem Umfeld.

Tipp 2: Versuchen sie nicht, die Gesellschaft zu ändern! Viele Hochsensible leiden darunter, dass Werte, die ihnen hoch und heilig sind, von anderen Menschen nicht in demselben Maß beachtet werden (z.B. Gerechtigkeitssinn, Vertrauen, Prinzipientreue). Sie verbrauchen Unmengen an Energie, wenn sie versuchen, andere Menschen oder das System zu ändern, und laufen Gefahr, an dieser Sisyphos-Aufgabe zu scheitern.

Akzeptieren sie, dass sie nicht alles und jeden »bekehren« können. Konzentrieren sie sich auf einige Dinge, bei denen sie eine realistische Chance haben, etwas Gutes zu bewirken. Und nutzen sie den anderen Teil ihrer Energie, um für sich selbst etwas Gutes zu tun.

Tipp 3: Leben sie an einem Ort, der möglichst ruhig und erholsam ist! Natürlich hat nicht jeder Hochsensible die Möglichkeit, auf dem schönen Land zu leben oder in einer verkehrsberuhigten Großstadtwohnung. Versuchen sie, die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, optimal zu nutzen, um sich ein angenehmes Heim zu schaffen.

Suchen sie eine neue Wohnung? Gehen sie ruhig pragmatisch vor und erstellen sie eine Pro- und Kontra-Liste: Eine Leben auf dem ruhigen Land klingt verlockend – aber gehören sie zu den Hochsensiblen, denen Autofahren ein absoluter Graus ist? Dann wird ihnen das Landleben vielleicht weniger Freude bereiten.

Und auch wenn sie nicht gleich umziehen: Gestalten sie ihre Wohnung so, dass sie sich wohl und »angekommen« fühlen, sobald sie durch die Tür treten. Nutzen sie beruhigende Farben, Formen und Düfte oder richten sie ihren Wohnraum z.B. nach den Regeln des Feng Shui ein. Nutzen sie so oft es geht die Naherholungsgebiete in ihrer Wohnumgebung, um die alltäglichen Reize zu mildern: Parks, Schwimmhallen, Wälder… Die meisten Hochsensiblen lieben es, in der Natur zu sein. Sie schwören auf ausgedehnte Spaziergänge oder Gartenarbeit.

Tipp 4: Vermeiden sie eine Reizüberflutung durch (neue) Medien! Das heißt nicht, dass sie gänzlich auf Medien verzichten sollen. Gebrauchen sie Medien in Maßen, statt in Massen. Überlegen sie, in welchen Situationen sie auf Medien zurückgreifen – und überlegen sie dann, ob sie stattdessen auch etwas anderes tun könnten.

Lernen sie zum Beispiel, das Smartphone in der Tasche zu lassen, wenn sie im Bus oder in der Bahn sitzen. Lesen sie ein Buch, anstatt abends fernzusehen. Planen sie Zeiten oder Situationen ein, in denen sie bewusst auf Medien verzichten (selbst wenn andere diese Entscheidung vielleicht nicht verstehen und sie umstimmen wollen). Auch »Normal«sensible können unter einem Zuviel an Informationen und einer permanenten Erreichbarkeit leiden. Hochsensible müssen umso mehr darauf achten, Medien bewusst einzusetzen – und auch bewusst auszuschalten. Haben sie ein Kind, das hochsensibel ist? Bringen sie ihm schon früh einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien bei.

Tipp 5: Trennen sie sich von Dingen, Aufgaben und Personen, die ihnen unnötig Energie rauben! Verbringen sie ihre Zeit mit Menschen oder Situationen, in denen sie sich permanent unwohl fühlen? Und setzten sie sich diesen Situationen trotzdem immer wieder aus? Auch wenn es schwer fällt: Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem es besser ist, loszulassen. Überlegen sie, wie ihr Leben ohne diese Energieräuber verlaufen würde und lernen sie »Nein« zu sagen. Sollten sie sich nicht trennen mögen oder können: Überlegen sie, ob sie die Zeiten, in denen ihnen unnötig Energie verloren geht, reduzieren können. Und eigenen sie sich Strategien an, durch die sie ihre Energiereserven und ihre Widerstandsfähigkeit stärken (z.B. Yoga, Sport).

Tipp 6: Trennen sie Ordnung von Chaos! Viele Hochsensible leben nach dem Motto: Ordnung ist das halbe Leben. Sie legen viel Wert darauf, dass die Dinge des Alltags geplant, durchdacht und vorhersehbar sind und sie meiden – wenn möglich – Überraschungen, Durcheinander und Chaos. Gleichzeitig brauchen Hochsensible immer wieder Raum, in dem sie sich – auch spontan – ausleben und austoben können.

Für viele Hochsensible hat es sich bewährt, diese zwei Seiten voneinander zu trennen, um sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen. Zum Beispiel auch räumlich: Schaffen sie sich einen speziellen Ort (oder eine Ecke in ihrer Wohnung), in der sie sich erlauben, kreativ und unordentlich zu sein.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Menschen, mit denen sie zusammenleben: Haben sie einen Partner, der eher chaotisch ist? Einigen sie sich auf wichtige Dinge, bei denen sie beide eine gute Planung einhalten wollen. Und gestehen sie ihrem Partner im Gegenzug einen Ort (oder Hobbys) zu, in dem er nach Belieben spontan und unordentlich sein kann.

Tipp 7: Folgen sie ihrer Berufung – und haben sie Spaß dabei! Natürlich ist das leichter gesagt als getan – und: wer möchte das nicht? Gerade für hochsensible Menschen kann das Ausleben der eigenen Berufung aber oft der einzig richtige Weg sein, um sich vor übermäßigem Stress (und daraus resultierenden Krankheiten) zu schützen. Viele Hochsensible wählen ihren Beruf in der Hoffnung, etwas Sinnvolles und Gutes für die Gesellschaft zu tun. Merken sie, dass sich die erhofften Werte und Ziele mit diesem Beruf (oder in dieser Organisation) nicht verwirklichen lassen, geraten sie schnell in eine persönliche Krise, die mit tiefen Emotionen und Selbstzweifeln einhergeht.

Nicht selten sind berufliche Krisen jedoch auch »hausgemacht«: Hochsensible neigen dazu, der finanziellen Seite ihrer Arbeit weniger Wert beizumessen oder weniger nach persönlichem Ansehen zu streben. Dadurch laufen sie leichter Gefahr, sich unter Wert zu verkaufen, beruflich ausnutzen zu lassen oder sich an der Arbeit aufzureiben.

Stecken sie gerade in einer beruflichen Krise? Überlegen sie, welche beruflichen Alternativen sie haben und begreifen sie die Krise als Chance, etwas zu verändern und ihre »wahre« Berufung zu finden. Lernen sie ihre persönlichen Stärken kennen und scheuen sie sich nicht, diese darzustellen und einen angemessenen (finanziellen) Gegenwert einzufordern. Viele Hochsensible bevorzugen als Berufsform die Selbständigkeit.

Tipp 8: Achten sie auf ihren Körper! Viele Hochsensible neigen dazu, sich anderen anzupassen oder unterzuordnen (z.B. weil sie ein großes Harmoniebedürfnis haben oder weil ihnen gesagt wurde, dass ihre Wahrnehmung falsch sei). Darüber verlernen sie jedoch, die Signale ihres eigenen Körpers zu beachten und richtig zu deuten. Eine permanente Reizeinwirkung und –verarbeitung verlangt einem hochsensiblen Körper einiges ab, weshalb Hochsensible eine vergleichsweise höhere Anfälligkeit für stressbedingte oder neuronale Krankheiten aufweisen.

Auch wenn es viel Disziplin, Anstrengung und Durchhaltevermögen bedeutet: Lernen sie, ihren eigenen Körper zu schätzen und gesund zu halten. Eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegungs-, Schlaf- und Entspannungszeiten sind wichtig, um den Körper zu kräftigen und widerstandsfähiger zu machen. Bedenken sie: Nur sie selbst können wissen, wie es ihnen geht und was ihrem Körper gut tut. Achten sie bei ihren hochsensiblen Kindern schon früh auf eine ausgewogene Ernährung und bieten sie ausreichend Entspannungs-, Schlaf- und Bewegungsphasen. Und, zu guter letzt, ebenso wichtig: lachen sie viel

Hier ist Teil 1 und Teil 2 der Serie Hochsensibilität von J. Russau

Interkulturell und Hochsensibel TinaHo INFUSIO HSP Netzwerk

  Beitrag von TinaHo INFUSIO

Als hochsensible und interkulturelle Person glaube ich an das Gute in Kulturen und Menschen. Hochsensible Menschen nehmen viele Eindrücke aus der Umgebung auf, alles Gute und Schlechte in der Welt um uns herum.
Das Gehirn kann oft nicht zwischen Sinneseindrücken unterscheiden, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, und solchen, die jetzt geschehen.
Eine andere Schwierigkeit kann sein, die Zugehörigkeit der Emotionen zu unterscheiden; Welche Emotion gehört mir? Welche Emotion gehört dem anderen?
In der Sozialen Arbeit, in der Beratung, und in helfenden Berufen allgemein, treten wir in Verbindung mit Menschen. Wir nutzen unsere fünf Sinne und Emotionen, um uns der Menschen und ihrer Umwelt bewusst zu werden.
Das Innere einer Person ist überall auf dieser Welt dasselbe. Wir können das Innere einer Person als Herz oder Seele bezeichnen. Die äußere Erscheinung und kulturelle Normen können sich unterscheiden. Hochsensible Menschen sind überall auf dieser Welt zu finden, denn im Inneren sind wir alle gleich – wir haben dieselben 5 Sinne, ein Herz und eine Seele.
„Interkulturelle Trauma-Pädagogik mit Herz & Kunst“ setzt sich für komplex traumarisierte junge Menschen ein. Komplexes Trauma entsteht in der Regel in der Bindungsbeziehung in der Kindheit. Das Gehirn erinnert sich weiterhin an ein solches Trauma, durch die Sinneseindrücke, Geräusche, Gerüche, Aussehen, Geschmack und Berührung.
Die hochsensible Person hat eine Gabe, die eben sehr sensibel wahrnehmen kann durch hören, sehen, schmecken, berühren, riechen, was in anderen Menschen verborgen und für sie oft unaussprechbar ist.
Wir haben einen wertvollen Schatz!
Jeder Schatz muss durch Selbstfürsorge geschützt werden!
Gebe ich mir selbst, was ich anderen gebe? Liebe ich mich selbst, so sehr wie ich andere liebe?
Ich glaube, wir können viel von verschiedenen Kulturen dieser Welt lernen, wie wir unseren Schatz durch interkulturelle Selbstfürsorge stärken und schützen können!
Zum Beispiel können wir ‚Out-of-the-Box Self Care‘ erhalten, indem wir in die interkulturelle Welt einsteigen:
Tanz und Musik (Berührung  und Hören  zum Entspannen) aus der Latino-Welt
Die Vielfalt des Essens (Geschmackssinn und Riechen zum Geniessen) aus der asiatischen Welt
Wie steht es mit Afrika, dem Nahen Osten und allen anderen Regionen der Welt? Was können wir von ihnen lernen, das uns zur Out-of-the-Box Selbstfürsorge inspiriert?
Tina
Besuche meine Facebook Seite and Website – Trainings, Self Care Retreat und Community 
‚Intercultural Trauma Pedagogy with Heart&Art’:
 

 

Intercultural & Highly Sensitive 
 
by TinaHo INFUSIO
As a highly sensitive and intercultural person, I believe in the good in cultures and people. Highly sensitive people pick up many vibes from the environment, all the good as well as the bad going on in the world around us.
Sometimes the brain often can not distinguish between sensory impressions that have happened in the past and those that are happening now.
Another difficulty can be distinguishing the belonging of emotions; Which emotion is mine? Which emotion belongs to the other?
In Social Work, Counselling, and other People Helping professions, we make connections with people. We use our five senses and emotions to be aware of people and the environment.
The inside of a person is the same anywhere in this world. We can call the inside of a person the heart or soul. Physical appearance and cultural norms can differ, but highly sensitive people can be found anywhere in this world, because on the inside we are all the same – we have the same 5 senses, a heart and a soul.
‚Intercultural Trauma Pedagogy with Heart&Art‘ advocates for those who are complex traumatised. Complex trauma usually occurrs in the caregiving relationship during childhood and is of an ongoing nature. The brain remembers such trauma as sensory experiences, the sounds, smells, looks, tastes and touch.
The highly sensitive person has a gift that can perceive what is hidden and unspeakable in others.
We have a valuable treasure !
Every treasure needs to be protected through Self care !
Do I give to myself what I give to others ? Do I love myself, as much as I love others ?
I believe we can learn a lot from different cultures of this world, on how to feed and protect our treasure through intercultural Self care !
For example, you can get Out-of-the-Box Self care by stepping into the intercultural world:
Dance and music (the sense of touch and hearing for relaxing)  from the Latino world
The variety of food (the sense of tasting and smelling for enjoyment) from the Asian world
How about Africa, the Middle East, and all the other regions of the world? What can we learn from them that gives us Out-of-the-Box Self care ?
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