Ärztezeitschrift beschreibt Hochsensible Persönlichkeiten

092015_NT Beitrag von Elke Overhage

„NeuroTransmitter versteht sich als fachkundiges Diskussionsforum und führendes berufspolitisches Medium für alle Nervenärzte, Neurologen und Psychiater.“

Die Ausgabe NeuroTransmitter September 2015 des bvdn (Berufsverband Deutscher Nervenärzte) informiert über Hochsensibilität.

Die These lautet: „Reizüberflutung und Überstimulation als Merkmale: Hochsensible Persönlichkeiten – ein wohl überflüssiges Störungskonzept“. Der Artikel weist darauf hin, dass es die Gruppe der Hochsensiblen geben mag, eine neue Diagnose nach ICD oder DSM wird aus dem Begriff der Hochsensibilität jedoch nicht entstehen.
„Auch ist es kein Fehler, sich ein Verständnis für die eigenen Charakterzüge und daraus resultierende Vor- und Nachteile zu erarbeiten.“ Sinnvoll ist es, sich damit zu befassen, da eine Reizüberflutung und Überstimulation bei jedem Sechsten besteht.
Laut Elaine N. Aron wird die wissenschaftliche Basis immer stärker. Das Konstrukt Hochsensibilität (HS) ist keine Krankheit, sondern eine Veranlagung. Elaine N. Aron will nicht, dass das zur Diagnose wird, aber Ärzte sollten sich damit auskennen.

Aus dem Berufsverständnis eines Facharztes heraus, besteht natürlicherweise eine gewisse Skepsis gegenüber neuen Konstrukten, deren Validität (Gültigkeit) „medizinwissenschaftlich“ nicht bestätigt ist. Der zweiseitige medizinwissenschaftliche Artikel mit entsprechenden Quellenangaben kann dennoch als insgesamt sachlich und nicht polemisch angesehen werden.

Ich finde, dass Dr. med. Andreas Meißner (FA für Psychiatrie und Psychotherapie) zum Ende seiner Ausführungen einige Fragen offen lässt, was ich positiv finde. „Der Autor selbst fand sich im Übrigen im Internettest in der Gruppe der Hochsensiblen mit zweitstärkster Ausprägung wieder (vier Gruppen von nicht, eher nicht, eher schon und ausgeprägt Hochsensiblen werden hier grob unterschieden), was ja zumindest bei einer Tätigkeit als Psychiater kein Nachteil ist.“ Nach meinen Informationen ist es zudem der erste Artikel, der in einer Ärztezeitschrift erschienen ist. Falls ich mich irre, dann lasse ich mich gerne korrigieren. Ich finde multiprofessionelle Sichtweisen bzgl. des Themas Hochsensibilität wichtig.

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Stärken – Eine Sichtweise auf unsere Eigenschaften

2016-02-25-3-Pixabay-Wurzeln

Ein Beitrag von Michael Möller

Unsere Stärken? Wie gehen wir damit um? Prompt fallen hier zwei Sätze aus der Persönlichkeitsentwicklung ein: „Stärken stärken und Schwächen schwächen“ oder „Schwächen in Stärken verwandeln“. Oder eine Situation: Das klassische Bewerbungsgespräch mit der Bitte des Personalers an den Bewerber, seine drei Stärken und drei Schwächen aufzuzählen. Puuh, eine schwierige Frage. Kann doch jede Antwort falsch sein. Und denken wir doch erst an den Alltag: Wer von seinen Stärken erzählt, mag schnell egoistisch oder arrogant wirken. Wer von seinen Schwächen berichtet, kann voreilig als schwach hingestellt werden. Ja, was ist denn nun richtig? Wie verhalten wir uns denn mit Stärken?

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Systemisches Denken und Handeln, sowie ein hoher Grad der eigenen emotionalen Intelligenz

systemisch-team-3Beitrag von Svenja T.

Ein systemisches Denken und Handeln, sowie ein hoher Grad der eigenen emotionalen Intelligenz. Das sind die zwei wichtigsten Dinge, die ich aus meinem Masterstudium im Bereich Sustainable Leadership auf dem Weg mitnehmen werde, um als Führungskraft mein Team zu managen.

Kurzum: Verstehe dich, verstehe andere und du wirst gemeinschaftlich mit Verstand und Herz die richtigen Wege zusammen als Team gehen.

Ein Manager/Teamleader muss dafür sorgen, dass man Visionen aufbaut, die andere (dein Team/Unternehmen) verstehen, daran glauben und selbst in schlechten Zeiten festhalten.
Bleibe flexibel und agiere mit deiner Umwelt anstatt zu reagieren.
Werde ein Teil derer, die die Zukunft mit ihrem Herzen und Ideen füllen und nicht die, die still folgen.
Denke systemisch!
Alles ist voneinander abhängig und kann demenstprechend auch beeinflusst werden. Wenn zum Beispiel deine Mitarbeiter Druck von der Umwelt (z.B. Kampf um Arbeitsplätze) ausgesetzt ist, dann schlägt sich das im System bzw. Unternehmen wieder.
Strahle eine natürliche Autorität aus, die sich durch Respekt gegenüber andere, Verständnis, Hilfsbereitsschaft, kooperatives Arbeiten und Fachwissen auszeichnet und nicht durch lautes Drüberhinwegsetzen deiner Mitarbeiter.
Verstehe Menschen nicht als wirtschaftliche Nutztiere, sondern als Partner/Team.
Manage so, wie du selbst gemanaget werden möchtest: Mit Verstand und Herz.

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Umfrage Online Hochsensibilität in sozialen Berufen

umfrageonlineEs wurden Teilnehmer und Teilnehmerinnen gesucht!

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit suchte A. Neuber hochsensible Personen, die in sozialen Berufen tätig sind. Das Ziel dieser Umfrage ist herauszufinden, ob die Hochsensibilität als Ressource oder als Defizit wahrgenommen wird in helfenden Berufen.

Die Umfrage wurde am 17.01.16, also am Sonntag, offline gestellt. Ergebnisse einer Studie können, meines Erachtens, nicht heraus gegeben werden, bevor die Arbeit dazu dann geschrieben ist. Dort kann es dann jeder nachlesen.

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Wissenschaftliche Studie Juni 2014 The highly sensivitiv brain

Grafik_Wissenschaft.AronEin Beitrag von Elke Overhage

Aus einer US-Hirnstudie von Elaine Aron. Bestimmte Bereiche sind bei Hochsensiblen aktiver, unter anderem die Anterior Insula (Inselrinde), ein Zentrum für die Empathie. Foto: Art Aron

„The highly sensitive brain: an fMRI study of sensory processing sensitivity and response to others‘ emotions“

Die aktuelle Forschung, an die Elaine Aron und ihr Mann Dr. Arthur Aron beteiligt sind, bedienen sich der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Darüber konnten Unterschiede in der Art der Reizverarbeitung im Gehirn zwischen HSPs und Nicht-HSPs eindeutig festgestellt werden.

Menschen mit hohen SPS-Werten (HSPs) zeigen höhere Aktivitäten der Gehirnbereiche, die zuständig sind für Wahrnehmungsfähigkeit (Awareness), Empathie, Handlungsplanung sowie die Einordnung von Fremdinformationen in das eigenen System (Self-Other-Processing). Dies bedeutet, dass bei hochsensible Personen (HSP) der Bereich des Gehirns besonders aktiv ist, der für Mitgefühl und Wahrnehmung zuständig ist.

Die Hochsensiblen nehmen im Vergleich zu den Nichthochsensiblen wesentlich mehr und differenzierter wahr. Es ist, als hätten sie einen grobmaschigeren Filter als die Nichthochsensiblen, welcher einfach mehr Informationen aus den ständigen Wahrnehmungen durchlässt.

Das Gehirn der Hochsensiblen muss sehr viel verarbeiten. Dies kostet viel Kraft, die Reserven sind schneller leer und müssen häufiger durch Ruhe und Erholung wieder aufgefüllt werden. Hochsensible sind schneller überreizt, denn die Reizschwelle ist niedrig. Hochsensible geraten schneller in Stress.

Obwohl 15 – 20 % der Menschen (Männer genauso wie Frauen) mit einer hochsensiblen Nervenkonstitution ausgestattet sind, ist das Phänomen in Deutschland zu wenig bekannt und anerkannt. Gerade in unserer leistungsorientierten und unsensiblen Gesellschaft sind die Lebensbedingungen der Hochsensiblen schwierig und psychisch belastend.

Die Vorteile der hochsensiblen Menschen:

Hochsensible haben eine ausgeprägte Vorstellungskraft und Intuition. Sie sind weitsichtig, denn sie sehen die Konsequenzen von Worten oder Handlungen voraus. Es sind diejenigen, die eine Sache möglichst zu Ende denken. Sie sind auch besser im Vermeiden und Aufspüren von Irrtümern, höchst gewissenhaft, besonders gut bei Aufgaben, die Umsicht, Sorgfalt, Schnelligkeit und das Erkennen von feinen Unterschieden erfordern, um nur einige positive Beispiele zu nennen. Hochsensible können sich sehr gut in andere Menschen hineinfühlen und sie verstehen.

Die Hochsensiblen mit ihren Fähigkeiten sind ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft!

Wissenschaftliche Studie veröffentlicht am 23. Juni 2014 vom Magazin „Brain and Behavior“: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/brb3.242/abstract

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