Höher, schneller, weiter – weg von uns. Eine gesellschaftliche Spurensuche, Teil 3

          Ein Beitrag von Michael Möller

Der Weg ist das Ziel.

Was ist das Ziel? Wessen Ziel ist das? Und wer bestimmt das Ziel?

Das Ziel können nur wir selbst bestimmen. Wenn wir uns unseres eigenen Zieles bewusst sind, so können wir anderen helfen, ihr Ziel zu finden. Nicht von oben herab, autoritär oder diktatorisch, sondern auf Augenhöhe. Mit einer Vorbildfunktion.

Doch auch für uns ist die Zielsuche eine lebenslange Aufgabe. Und so wird unser Leben zum Weg, auf welchem wir beständig auf unser Ziel hinarbeiten dürfen. Bis wir erkennen, dass es „das“ Ziel gar nicht gibt. Das Leben ist kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Die Frage ist: Wie nehmen wir unseren Weg?

Der Weg mag emsig sein und beschwerlich oder einfach und komfortabel. Letztlich ist er das, was wir aus ihm machen. Oder machen können. Es ist die Kunst, sein Leben zu gestalten. Der eigene Kompass auf (stürmischer) See zu sein.

Auf dem Weg des Lebens entwickeln wir uns weiter. Wir gewinnen Erfahrungen und hinterfragen Erfahrungen, wir ändern unsere Meinung und lernen dazu. Nicht opportunistisch, sondern verbunden mit unserer Wurzel. Die Wurzel, die unseren Stamm, unser Leben, hält.

Nun ist es so, dass wir eine Zeit erfahren, die viele Möglichkeiten bietet. Wichtig ist es dann, einen guten Kompass oder eine starke Wurzel zu haben. Verfügt eine Gemeinschaft über viele Menschen, die gefestigt sind, so wird auch diese Gemeinschaft eine starke Wurzel haben und einen guten Kompass. Eine starke Wurzel, welche die Gemeinschaft zusammenhält und einen Kompass, der die Richtung vorgibt. Mir scheint, genau dass fehlt uns.

Stattdessen könnte man von einer Entwurzelung sprechen. Pluralität – per se nichts verwerfliches. Vielfalt schafft neue Möglichkeiten, welche Gemeinschaften und Gesellschaften voranbringen. Sie kann aber zur Gefahr werden, wenn das gemeinsame Ziel fehlt.

Welches Ziel wollen wir als Gemeinschaft haben? Als Familie, Nachbarn, Ortschaft, Stadt, Land, Staatengemeinschaft? Unsere Welt ist die offensichtlichste Quelle von Pluralität und zugleich Ursprung einer gemeinsamen Wurzel. Viele Völker und Kulturen, die im Laufe ihrer jahrhunderte und jahrtausendelangen Entwicklung verschiedene Möglichkeiten geschaffen haben, den Weg ihres Lebens zu gehen. Jetzt wächst unsere Welt immer weiter zusammen und die „Diskrepanzen“ unter diesen Wegen werden deutlich. Doch wollen die Urheber dieser unterschiedlichen Quellen nicht alle das gleiche Ziel erreichen?

Es ist Zeit für einen Wandel, der einen friedlichen Diskurs zwischen diesen Quellen ermöglicht.

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